XHOSPIpro-Anwendungsbeispiel 
Elektro-chemische Wasserentkeimung oder Sterilfiltration

In Hochrisikobereichen in Krankenhäusern werden an die Wasserqualität sehr hohe Anforderungen gestellt. Dort gilt ein Keimgehalt von 0 koloniebildende Einheiten je Liter Trinkwasser. Diese Qualität lässt sich bislang nur durch Erhitzen auf mindestens 60°C oder durch Sterilfiltration erreicht.

Ein weiteres Verfahren ist die elektro-chemische Wasserentkeimung.

Frage: Wie sind Einweg-Sterilfilter im Vergleich zu Mehrweg-Sterilfiltern und zur elektro-chemischen Wasseraufbereitung unter Umwelt- und Kostengesichtspunkten zu bewerten?

Verfahrensvergleich bezogen auf 1 m³ Wasser

Die Einweg-Sterilfilter werden derzeit zur Legionellenprophylaxe in Hochrisikobereichen des Krankenhauses für Waschbecken und Duschen eingesetzt. Der Filterwechsel erfolgt einmal wöchentlich durch Stationspersonal.

Die Mehrweg-Sterilfilter werden derzeit im Kreissaal, in der Mikrobiologie und in der Apotheke für die Steilfiltration verwendet. Die Filter werden einmal wöchentlich bzw. vor dem Einsatz mittels Dampfsterilisation bei 121°C, 20 min aufbereitet. Sie sind für höchstens 50 Aufbereitungszyklen geeignet und anschließend als Restmüll zu entsorgen.

Im MPI wird ein elektro-chemisches Wasseraufbereitungsverfahren für die Wasserentkeimung eingesetzt. Als Chemikalie wird Salz verwendet.

Die Berechnungen mit XHOSPIpro führten zu folgenden gerundeten Ergebnisse bezogen auf 1 m³ Wasser.

Einweg-Sterilfilter
1 m³  
Mehrweg-Sterilfilter
1 m³
El.-chem. Entkeimung
1 m³
Abfallaufkommen / g 113 2 0
Wasserverbrauch / l 0,0 0,009 0,43
Stromverbrauch / kWh 0,0 0,003 0,001
Arbeitszeit / s 845 665 1,4
Gesamtkosten / € 43,16 8,72 0,15
Personalkosten / € 5,72 4,68 0,01
Sachkosten / € 34,65 1,18 0,03
Dienstleistungskosten / € 2,78 2,85 0,11

 

Vorteile für das Krankenhaus

Durch die Umstellung von Einwegfiltern auf Mehrwegfilter können erhebliche Kosten eingespart werden. Im Vergleich zur chemischen Wasserentkeimung entstehen jedoch weiterhin hohe Personalkosten durch Filterwechsel und -aufbereitung. Mit dem Einsatz einer Wasseraufbereitungsanlage, die den Anforderungen der TrinkwasserVO und den besonderen Anforderungen der Hochrisikobereiche für Legionellen genügt, könnten erhebliche Einsparungen realisiert werden.

Zur Zeit werden in der Klinik ca. 30 Einwegfilter eingesetzt. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf ca. 43.000 €. Die Investitionskosten für eine elektrochemische Wasserentkeimungsanlage geeigneter Größe betragen ca. 30.000 €. Die jährlichen Betriebskosten liegen bei ca. 5.200 €.

Der tägliche Wasserverbrauch in der Klinik liegt bei ca. 550 m³/Tag. Der Warmwasserbedarf liegt bei schätzungsweise 100 m³/Tag. Die Erwärmung von 1m³ Wasser um 1 °C kostet ca. 0,08 €. Zur Zeit müssen aus Gründen der Legionellenprophylaxe mind. 55 °C im Rücklauf erreicht werden. Mit der Absenkung um 5 °C könnten somit jährlich ca. 14.000 € eingespart werden.

Die Verfahren zur chemischen Wasserentkeimung liefern in dieser Klinik jedoch noch keine befriedigenden Ergebnisse hinsichtlich Desinfektionswirkung und Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb. Deshalb kommen diese Verfahren bisslang höchstens für Normalbereiche in Frage.

Es wird daher empfohlen, zunächst alle Einwegsterilfilter durch Mehrwegfilter zu ersetzen. Bei einem täglichen Bedarf von 100 m³ Warmwasser könnten Kosten in Höhe von 3.444 € eingespart und die Abfallmenge um 11 kg pro Tag reduziert werden.

Wichtiger Hinweis: 

Jedes Krankenhaus ist anders. Diese Ergebnisse sind nur gültig in diesem Krankenhaus mit seinen spezifischen Rahmenbedingungen und Prioritäten. Andere Häuser können zu anderen Ergebnissen kommen. XHOSPIpro ermöglicht die Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse.

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