Scheren auf Station

Scheren werden auf den Stationen vor allem zur Wundversorgung eingesetzt. Für mehrere beteiligte Krankenhäuser stellte sich die Frage, ob die derzeit verwendeten und im Hause aufbereiteten Mehrwegprodukte durch Einwegprodukte ersetzt werden sollten. Nachfolgend werden beispielhaft die Abläufe in einem der Krankenhäuser beschrieben.

Ist-Zustand: Mehrweg Metall

Die Mehrwegscheren werden nach Gebrauch zur Zentralsterilisation gebracht. Dort werden sie elektronisch registriert und in die Körbe der automatischen Reinigungs- und Desinfektionsgeräte (RDG) gegeben. Nach der Reinigung werden die Instrumente kontrolliert und in Sterilisationsschläuche verpackt. Zeitintensiv ist hier vor allem die Kennzeichnung der Scheren durch ein elektronisch erstelltes Etikett, das eine stationsgenaue Rücklieferung der aufbereiteten Instrumente ermöglicht. Die so vorbereiteten Instrumente werden im Sterilisator behandelt. Nach dem Ausfahren des Sterilisationswagens werden die sterilisierten Teile und das Sterilisationsprotokoll kontrolliert.

Alternative: Einweg

Als Alternative wurden Einwegscheren aus Kunststoff und solche aus Metall untersucht. Zusätzlich erfolgte die Analyse sogenannter Einweg-Stitch-Cutter, kleiner Klingen, die die Schere allerdings nur beim Fadenziehen ersetzen können.

Ergebnisse

25.000 Scheren pro Jahr Ist-Zustand Alternative I Alternative II Alternative III
  Mehrweg Metall Einweg Kunststoff Einweg Metall Stitch-Cutter
Gesamtkosten 21.225 € 31.528 € 40.663 € 4.656 €
Personal 19.569 € 1.286 € 1.286 € 980 €
Produktbeschaffung 62 € 30.188 € 39.375 € 3.677 €
Investitionsgüter 910 € 0 € 0 € 0 €
Externe Dienstleistung 0 € 0 € 0 € 0 €
Sonstige 684 € 54 € 2 € 2 €
Arbeitszeit 857 € 59 € 59 € 45 €
Reinigungs- und Desinfektionsmittel 3,58 l 0 l 0 l 0 l
Wasserbedarf 20.603 l 0 l 0 l 0 l
Strombedarf 241 kWh 0 kWh 0 kWh 0 kWh
Abfallaufkommen 65,9 kg 419 kg 847 kg 27 kg

Werden Mehrwegscheren eingesetzt, ergeben sich jährlich folgende Einsparungen:

Das Abfallaufkommen wird durch die Mehrwegscheren jährlich reduziert um:

Der Wasserverbrauch zur Aufbereitung der Mehrweginstrumente ist mit 20.500 l recht hoch.

Der Einweg-Stitch-Cutter (Alternative III) kann die Schere nur beim Fadenziehen ersetzen. Die in der Tabelle dargestellte Musterrechung eines kompletten Ersatzes der Scheren durch den Stitch-Cutter dient nur der Veranschaulichung der Unterschiede. Im betreffenden Krankenhaus wurde davon ausgegangen, dass etwa 10 % der Schereneinsätze beim Fäden Ziehen erfolgt. Würden in diesen 2.500 Fällen Mehrwegscheren durch Stitch-Cutter ersetzt, dann sänken im Vergleich zu den Mehrweginstrumenten:

Erwartungsgemäß sind Scheren als Mehrwegprodukte erheblich abfallgünstiger. Der Stitch-Cutter ist beim Fäden Ziehen eine wirtschaftlich interessante Alternative zur Mehrwegschere, die auch hinsichtlich der Abfallmengen geringe Vorteile hat und keinen Verbrauch an Wasser sowie Reinigungs- und Desinfektionsmitteln verursacht.

Hinweis

Die Ergebnisse sind nur begrenzt auf andere Krankenhäuser übertragbar. Je nach Größe des Hauses, Organisation der Abläufe, individueller Kostenstruktur und weiteren Faktoren können die Resultate einzelner Krankenhäuser erheblich voneinander abweichen.

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