Pinzetten auf Station

Pinzetten werden auf den Stationen vor allem zur Wundversorgung eingesetzt. Für mehrere beteiligte Krankenhäuser stellte sich die Frage, ob die derzeit verwendeten und im Hause aufbereiteten Mehrwegprodukte durch Einwegprodukte ersetzt werden sollten. Nachfolgend werden beispielhaft die Abläufe in einem der Krankenhäuser beschrieben.

Ist-Zustand: Mehrweg Metall

Die Mehrwegpinzetten werden nach Gebrauch zur Zentralsterilisation gebracht. Dort werden sie elektronisch registriert und in die Körbe der automatischen Reinigungs- und Desinfektionsgeräte (RDG) gegeben. Nach der Reinigung werden die Instrumente kontrolliert und in Sterilisationsschläuche verpackt. Zeitintensiv ist hier vor allem die Kennzeichnung der Pinzetten durch ein elektronisch erstelltes Etikett, das eine stationsgenaue Rücklieferung der aufbereiteten Instrumente ermöglicht. Die so vorbereiteten Instrumente werden im Sterilisator behandelt. Nach dem Ausfahren des Sterilisationswagens werden die sterilisierten Teile und das Sterilisationsprotokoll kontrolliert.

Alternative: Einweg

Als Alternative wurden Einwegpinzetten aus Kunststoff und solche aus Metall untersucht.

Ergebnisse

50.000 Pinzetten pro Jahr Ist-Zustand Alternative I Alternative II
  Mehrweg Metall Einweg Kunststoff Einweg Metall
Gesamtkosten 41.473 € 59.841 € 75.363 €
Personal 39.136 € 1.862 € 1.862 €
Produktbeschaffung 62 € 57.865 € 73.500 €
Investitionsgüter 764 € 0 € 0 €
Externe Dienstleistung 0 € 0 € 0 €
Sonstige 1.511 € 114 € 1 €
Arbeitszeit 1.713 Std. 94 Std. 94 Std.
Reinigungs- und Desinfektionsmittel 7,16 l 0 l 0 l
Wasserbedarf 41.021 l 0 l 0 l
Strombedarf 762 kWh 0 kWh 0 kWh
Abfallaufkommen 134 kg 788 kg 1.243 kg

Werden Mehrwegpinzetten eingesetzt, ergeben sich jährlich folgende Einsparungen:

Das Abfallaufkommen wird durch die Mehrwegpinzetten jährlich reduziert um

Dem steht der mit 41.000 l relativ hohe Wasserverbrauch bei der Aufbereitung der Mehrwegpinzetten gegenüber.

Hinweis

Die Ergebnisse sind nur begrenzt auf andere Krankenhäuser übertragbar. Je nach Größe des Hauses, Organisation der Abläufe, individueller Kostenstruktur und weiteren Faktoren können die Resultate einzelner Krankenhäuser erheblich voneinander abweichen.

Weitere Informationen

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